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Presseerklärung der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Landesverband Brandenburg

Baustellen im Schulbereich sind groß! GEW warnt vor
Fehleinschätzung der Situation durch die Landesregierung!

Am gestrigen Mittwoch tagte der Landesvorstand der GEW Brandenburg. In der Beratung wurde deutlich, dass die GEW Brandenburg eine völlig andere Lageeinschätzung im Bildungsbereich hat als die Landesregierung. Die Darstellung der Landesregierung, dass es in den Schulen keine Probleme gibt, ist aus der Sicht der GEW nicht nachvollziehbar und zeugt von einer Realitätsferne, die Anlass zu großer Sorge gibt.
 
Aus der Sicht der GEW ist der Mangel an ausgebildeten Lehrkräften zur Abdeckung der Unterrichtsversorgung eine der größten Baustellen des Bildungswesens in Brandenburg. Die Zahl der eingestellten Lehrkräfte mit Seiteneinstieg wird künstlich klein gerechnet, um die Dimension des Problems nicht darzustellen. Es gibt keine Maßnahmen zur vorherigen Qualifizierung der Lehrkräfte mit Seiteneinstieg. Gleichzeitig fehlen Maßnahmen zur Kompensation der langzeiterkrankten Lehrkräfte in den Schulen. Die Vertretungsreserve der Schulen wird nicht erhöht. 

Aktuell ist durch die Verbesserung in der Besoldung für nur einen Teil der Lehrkräfte der Betriebsfrieden insbesondere in den Grundschulen massiv gefährdet und gestört. Gleichzeitig verdeutlicht die Einstellungssituation im Schulbereich zu Beginn des Schuljahres, dass die Wettbewerbsfähigkeit Brandenburgs gegenüber den anderen Bundesländern im Schulbereich nicht gegeben ist.

In den bevorstehenden Verhandlungen mit der Landesregierung müssen nachhaltige Verbesserungen für den Schulbereich gefunden und vereinbart werden, die einen wirksamen Beitrag zur Entspannung der Situation in den Schulen leisten. Im Kern geht es im Schulbereich um die Absicherung der Grundversorgung und deren Qualität. Diese muss Priorität erhalten. 

Die grundlegenden Forderungen der GEW Brandenburg für die „Baustelle Schule“ sind:

  1. Alle Lehrkräfte, insbesondere auch im Grundschulbereich, sind nach
    A 13 / E 13 zu vergüten.
  2. Ausbringung und Besetzung von Beförderungsämtern und Funktionsämtern in allen Schulformen.
  3. Erhöhung der Vertretungsreserve auf mindestens 8 %.
  4. Vor dem ersten selbständigen Unterricht müssen Lehrkräfte mit Seiteneinstieg in einem mindestens 3-monatigen Grundkurs für die Tätigkeit in Schule vorbereitet werden. Ab Beginn dieser Qualifizierung müssen Lehrkräfte mit Seiteneinstieg unbefristete Verträge mit entsprechender Probezeit erhalten. Gleichzeitig ist erforderlich, dass durch das MBJS fachliche und methodische Handreichungen für Lehrkräfte mit Seiteneinstieg entwickelt werden, die sie in ihrer Unterrichtstätigkeit unterstützen und begleiten.
  5. Den Lehrkräften mit Seiteneinstieg müssen Möglichkeiten der berufsbegleitenden Qualifizierungen zum Erwerb der Laufbahnvoraussetzungen angeboten und diese Möglichkeiten müssen durch Abminderungsstunden unterstützt und abgesichert werden.
  6. Die Grundversorgung des Unterrichts und deren Qualität müssen Vorrang vor allen anderen Maßnahmen und Reformvorhaben im Schulbereich erhalten.
  7. Entlastung der Lehrerschaft durch Erhöhung der Anzahl der Ermäßigungsstunden für Sonderaufgaben und im Alter.

Download der »Presseerklärung als PDF«




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